Missionarische Tätigkeit ist nichts anderes und nichts weniger als Kundgabe der Epiphanie und Erfüllung des Planes Gottes in der Welt und ihrer Geschichte, in der Gott durch die Mission die Heilsgeschichte sichtbar vollzieht.“1 Mit diesem Spitzensatz ordnet das Zweite Vatikanische Konzil den Missionsauftrag der Kirche in den weiten Horizont des universalen Heilsplanes Gottes mit der Menschheit ein, der auf die eschatologische Sammlung aller Völker zielt, die bereits von den alttestamentlichen Propheten verheissen worden ist. Mit der Herausstellung des epiphanischen Charakters der Mission ruft das Konzil in Erinnerung, dass zum tiefsten Wesen der Kirche ihre Sendung zur Evangelisierung der Welt gehört und die Kirche dazu da ist, zu evangelisieren: „Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch.“2
Mission als innere Konsequenz des Glaubens
Wenn das Wesen der Kirche missionarisch ist, dann muss es sich in allen wesentlichen Vollzügen der Kirche wie in ihrem Sein anzeigen und muss die Sendung aus ihrem Wesen selbst folgen. Dies lässt sich am besten verdeutlichen, wenn man sich die elementaren Grundvollzüge des kirchlichen Seins und Lebens vergegenwärtigt:
Die erste Grundbewegung der Kirche ist das Empfangen, genauer das Empfangen des Wortes Gottes. Denn die biblische Botschaft, dass Gott uns Menschen liebt und in seiner Beziehung zu uns unberirrbar treu ist, so dass wir uns auf ihn verlassen und ihm glauben können, kann kein Mensch sich selbst sagen oder gar erdichten. Er muss und er darf sie sich immer wieder neu sagen lassen. Glauhend empfangen wir das Wort, das Gott uns zuspricht. Dieses Wort ist Gott selbst, weshalb wir Gott selbst empfangen, unverdient aus reiner Gnade. Weil Gott sich uns Menschen zuwendet und schenkt, können wir ihn nur mit leeren Händen empfangen.
Die ebenso prioritäre wie adäquate Antwort auf das Empfangen Gottes und seines Wortes kann nur das Loben sein; und dies ist die zweite Grundbewegung der Kirche. Glaubende sind Menschen, die zuallererst Zeit haben zum Lobe Gottes und die vor Gott ihre heilige Liturgie feiern. Glaubende sind so voll des dankbaren Lobes, dass sie keine wichtige Gelegenheit vorübergehen lassen können, ohne Loblieder anzustimmen und Gott ihren Applaus darzubringen für sein befreiendes Handeln in der Geschichte der Menschen, in der Gemeinschaft der Kirche und in der ganzen Schöpfung. Zumal in der heutigen Welt, in der die Menschen offensichtlich nicht genug schaffen und raffen können, zeichnen sich Glaubende dadurch aus, dass sie sich den demonstrativen Luxus des Lobes Gottes leisten.
Was glaubende Menschen von Gott empfangen und wofür sie Gott loben, dies können und dürfen sie unmöglich für sich behalten. Es treibt sie vielmehr zum Austeilen an andere Menschen an, damit auch sie Anteil an der Botschaft der Liebe Gottes erhalten. Darin besteht die dritte Grundbewegung der Kirche. Glaubende Menschen sind dadurch charakterisiert, dass sie die Botschaft Gottes, die für sie Brot des Lebens ist, an alle Menschen weitergeben, damit auch sie zum Leben kommen können.
Empfangen, Loben und Austeilen – oder in der theologischen Fachsprache Martyria, Leiturgia, Diakonia – sind die drei Grundbewegungen der Kirche, die den stimmigen Dreiklang ihres Lebens ausmachen und von denen keiner ausfallen darf, soll die Glaubenssymphonie nicht gründlich gestört werden. Damit aber ist sichtbar, dass das Austeilen notwendigerweise aus dem Empfangen und Loben folgt. Die Mission stellt deshalb nicht einfach eine Pflicht der Kirche dar, sie ist vielmehr die innere und logische Konsequenz des Glaubens selbst, weil die Kirche alle Menschen an dem Geschenk teilhaben lassen will, das sie selbst von Gott empfangen hat. Der Charakter der Mission ist, wie Papst Benedikt XVI. eindringlich betont hat, „nichts, was dem Glauben äusserlich hinzugefügt wäre, sondern die Dynamik des Glaubens selbst. Wer Jesus gesehen hat, wer ihm begegnet ist, muss zu den Freunden eilen und ihnen sagen: <Wir haben ihn gefunden, es ist Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.“3
Die innere Konsequenz der Mission kommt besonders sichtbar an den Tag in der Liturgie der Heiligen Messe. In ihrer Mitte steht der Friedensgruss, bei dem der versammelten Gemeinde der Friede Jesu Christi und damit jener Friede zugesprochen wird, den die Welt sich nicht selbst geben kann. Wie in der frühen Kirche die Eucharistie einfach als „Friede“ – „Pax“ – bezeichnet worden ist, so eröffnet und schenkt sie einen Lebensraum des Friedens: Sie ist Friede vom Auferstandenen Herrn her. Wer das grossartige Geschenk des Friedens in der Feier der Eucharistie von Christus empfangen darf, ist dann auch gesandt, diesen Frieden in die Welt zu tragen. Der Friedensgruss mündet deshalb in die Friedenssendung: „Ite missa est!“. Dabei geht es nicht einfach um eine Ent-Lassung, sondern um eine Ent-Sendung.
Mission in den kirchlichen Grundvollzügen
Nimmt man die Mission als innere Konsequenz des Glaubens und als Wesen der Kirche ernst, muss dies auch Rückwirkungen auf das ganze Leben der Kirche haben. Denn die Mission der Kirche ist nicht einfach ein vereinzelter Vollzug der Kirche, sondern sie muss in den wesentlichen kirchlichen Grundbewegungen der Martyria, der Leiturgia, der Diakonia und der Koinonia verwirklicht werden.
Im Blick auf die Martyria versteht sich die Mission von selbst. Die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus drängt zu seiner Weitergabe an die Menschen und deshalb zur Mission. Denn das Evangelium kommt uns als ein Wort entgegen, das mit höchster Autorität begegnet. Sie ist bereits präsent in seinem Namen, sofern wir auf seine ursprüngliche Bedeutung blicken. In der Zeit Jesu ist das Wort „Evangelium“ ein elementar politisches Wort gewesen. Als „Evangelien“ wurden damals alle Erlasse des Kaisers bezeichnet, und zwar unabhängig von ihren Inhalten. „Evangelium“ hiess einfach „Kaiserbotschaft“. „Evangelium“ war sie in erster Linie deshalb, weil sie vom Kaiser und damit von jenem Menschen stammte, der – angeblich — die Welt in seinen Händen hält.
In diesem gewichtigen Sinn ist auch die Botschaft Jesu Christi „Evangelium“, weil sie von dem kommt, der sich nicht mehr wie der Kaiser anmasst, Gott zu sein und seine Botschaften als „Evangelien“ zu deklarieren, der vielmehr der Sohn und damit das lebendige Wort Gottes selbst ist. Im Unterschied zu den „Evangelien“ des Kaisers kommt es beim Evangelium Jesu Christi vor allem auf seinen Inhalt an: Bei der Mission im Sinne der Glaubensweitergabe müssen die elementaren Essentials des christlichen Glaubens im Mittelpunkt stehen, muss sie sich an den Glaubensquellen orientieren und das Evangelium mit seinem befreienden Zuspruch wie mit seinem herausfordernden Anspruch ernst nehmen. Dies ist aber nur möglich, wenn das Evangelium nicht als ein Wort aus der Vergangenheit verkündet wird, sondern als ein lebendiges Wort, das zwar in der Vergangenheit ergangen ist, aber in unsere Gegenwart hineinspricht.
Das Evangelium nicht als ein Wort der Vergangenheit wahrzunehmen, sondern auch und vor allem als lebendiges und gegenwärtiges Wort, dies geschieht in erster Linie in der Liturgie der Kirche. Sie ist deshalb der primäre und privilegierte Ort der Glaubensweitergabe und der Mission, weil sie nicht nur im Reden von Gott, sondern in allererster Linie im Reden zu Gott geschieht, nämlich in der Doxologie des Dreienen Gottes. Denn sie ist die eigentliche Gottesrede.
Authentisch kann die Liturgie der Kirche ihrer Mission deshalb dadurch dienen, dass sie nicht werbende Interpretation nach aussen an die Nichtglaubenden sein will, sondern dass sie ganz im Inneren des Glaubens angesiedelt ist. Doch gerade in dieser nicht-missionarischen Zweckfreiheit zieht sie immer wieder Gott suchende Menschen an und wirkt glaubwürdig auf sie ein. Es ist das selbstlose Stehen der Glaubenden vor Gott und das Schauen auf ihn, die das Licht Gottes in der liturgischen Feier auch den Aussenstehenden spürbar werden lassen. Umgekehrt verliert die Liturgie dort ihre Ausstrahlungskraft, wo sie unvermittelt missionarisch sein will und diesen Zweck mit katechetisch-belehrenden Elementen versieht. Dann nämlich wird die Liturgie für uns Menschen gemacht und folgt nicht mehr ihrer elementaren Sinnbestimmung, Gott zu gefallen, wie Paulus in seinem Brief an die Römer dies wünscht (12, 1). Doch genau dies suchen heute viele Menschen, die sich danach sehnen, in der Liturgie das Geheimnis Gottes zu erfahren. In dieser unmissionarischen Zweckfreiheit dient die Liturgie der Weitergabe des Glaubens am authentischsten.
Die Liturgie der Kirche ist nicht direkt missionarisch, aber sie mündet in die Sendung im Alltag des Lebens der Kirche, vor allem in Caritas und Diakonie. Diesem Thema hat vor allem Papst Benedikt XVI. den zweiten Teil seiner Enzyklika über die christliche Liebe „Deus caritas est“ gewidmet und dabei hervorgehoben, dass Liebe zu üben für die Witwen und Waisen, für die Gefangenen, Kranken und Notleidenden genauso zum Wesen der Kirche gehört „wie der Dienst der Sakramente und der Verkündigung des Evangeliums“ und dass die Kirche deshalb den „Liebesdienst so wenig ausfallen lassen kann wie Sakrament und Wort“4.
Indem die Kirche die Liebe, die sie von Gott geschenkt erhält und die Gott selbst ist, in Diakonie und Caritas an die Menschen weitergibt, steht sie in besonderer Weise im Dienst der Glaubensweitergabe und der Mission. Wenn nämlich der Kerninhalt der kirchlichen Botschaft die Liebe Gottes ist, dann kann die Mission nichts anderes sein als Zeugnis für die Liebe Gottes und kann sie ihrerseits nur in Liebe geschehen. Papst Benedikt XVI. hat dies am Beispiel von Kaiser Julian, dem Apostaten verdeutlicht. Dieser Kaiser hat das Heidentum, die alte römische Religion wiederherstellen und zugleich Anleihen am Christentum machen wollen, wie er selbst in einem Brief geschrieben hat. Das Einzige, was ihn dabei am Christentum beeindruckt hat, war die Liebestätigkeit der Kirche.
Mit diesem Beispiel kommt auch an den Tag, dass nicht nur die drei Grundfunktionen der Martyria, Leiturgia und Diakonia im Dienst der Mission stehen, sondern auch die Koinonia der Kirche selbst. Denn die Mission ist in erster Linie nicht eine Form des Redens, sondern eine Form des Lebens und braucht deshalb die Glaubensgemeinschaft der Kirche. Denn ohne Kirche kann es letztlich keinen Glauben und auch keine Glaubensweitergabe geben. Die Kirche als ganze steht deshalb im Dienst der Glaubensweitergabe, freilich nur dann, wenn sie nicht nur das Wort Gottes verkündet, sondern selbst ein Lebensort Gottes ist, so dass die Menschen erfahren können, dass es die Kirche in erster Linie „um Gottes willen“ gibt.
Die Kirche ist kein Zweck in sich selbst, sondern ist dazu da, dass ein Ausblick auf Gott entsteht und Gott von den Menschen gesehen werden kann. Diese grundlegende Perspektive hat das Zweite Vatikanische Konzil mit den zwei einleitenden Worten der Dogmatischen Konstitution über die Kirche zum Ausdruck gebracht. Denn mit „lumen gentium“ wird nicht die Kirche bezeichnet, sondern Jesus Christus. Er ist das Licht der Völker, und es ist „seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, und ihr kommt die Sendung zu, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden5. Bereits die Kirchenväter haben emphatisch betont, dass Jesus Christus die Sonne und die Kirche der Mond ist, der kein anderes Licht hat als dasjenige von der Sonne und deshalb die Sendung wahrnimmt, Jesus Christus als Licht in die Welt zu tragen. Nur eine solch lunare Kirche dient glaubwürdiger Mission.
Mission der Kirche in der Fortsetzung der Mission Christi
Von daher erschliesst sich der tiefste Grund dafür, dass die Mission zur Identität der Kirche gehört. Er ist bereits greifbar im so genannten Missionsbefehl Jesu an die Adresse seiner Jünger: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28, 18 – 20). In diesen Worten ist jene fundamentale Leitperspektive ausgesprochen, die bereits den grossen Missionsaufbruch der Kirche in ihren Anfängen dokumentiert und zeigt, dass die Mission kein blosses Anhängsel der Kirche und ihrer Sendung in der Welt sein darf und nicht in ihr Belieben gestellt ist, sondern das Wesen der Kirche betrifft und letztlich über ihr Sein oder Nicht-Sein entscheidet.
Wort und Wirklichkeit der Mission sind für Jesus deshalb elementar, weil sie seine eigene innerste Identität berühren. Denn in der Heiligen Schrift – vor allem im Johannesevangelium – wird uns Jesus Christus als der Gesandte Gottes vor Augen gestellt. Jesus trägt nicht nur den Titel „Gesandter“; er ist vielmehr in seinem eigentlichen Wesen „Gesandter“. Christus ist in die Welt gesandt, um Gott in die Welt zu bringen und seine Wahrheit zu bezeugen, wie Jesus vor dem Prätor Pilatus bekennt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“ (Joh 18, 37). Da Jesus Christus der treue Zeuge Gottes schlechthin ist, kennzeichnet der Begriff der Sendung neutestamentlich die Person und das Wirken Jesu Christi so sehr, dass seine gesamte Existenz im Gesandt-Sein zum Zeugnis besteht.
In der Sendung des Sohnes vom Vater her zum Heil der Welt liegt die tiefste Begründung für jede Theologie der christlichen Mission. Denn die Sendung des Sohnes setzt sich in der Sendung der Kirche fort. Von Christus her erweist sich die Kirche selbst als „Gesandte“ und als „Sendung“ zum Zeugnis, wie es der auferstandene Christus seinen Jüngern verheissen hat: „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1, 8). In dieser Sendung zum Zeugnis ist es begründet, dass die Kirche nicht bei sich bleiben kann, sondern sich überschreiten muss und stets zu den Menschen gesandt ist. Denn die Bewegung der ausströmenden Liebe Gottes setzt sich in der Sendung der Kirche fort, indem sie sich den Menschen hingibt, wie Gott seinen eigenen Sohn den Menschen hingegeben und er sich selbst hingegeben hat.
Papst Benedikt XVI. hat dazu das tiefe Bild geprägt, dass die Sendung der Kirche sich „durch Anziehung“ vollzieht: „Wie Christus mit der Kraft seiner Liebe, die am Opfer am Kreuz gipfelt, alle an sich zieht, so erfüllt die Kirche ihre Sendung in dem Mass, indem sie, mit Christus vereint, jedes Werk in geistlicher und konkreter Übereinstimmung mit der Liebe des Herrn erfüllt.“6 Anziehende Evangelisierung ist der Tatbeweis glaubwürdiger Mission. Dahinter steht die Überzeugung, dass das Gute nicht in sich ruhen kann, sondern über sich hinausgehen und hinausstrahlen will in die Welt hinein. Denn alles Gute, das von Gott als dem Guten schlechthin kommt, ist in sich „diffusivum sui“ und will sich deshalb mitteilen.
Ermutigung zum persönlichen Zeugnis des Glaubens
Auf diesem christologisch-ekklesiologischen Hintergrund hat das Zweite Vatikanische Konzil das Werk der Evangelisation als eine „Grundpflicht des Gottesvolkes“ bezeichnet und alle Getauften zu einer tiefgreifenden und inneren Erneuerung aufgerufen, „damit sie im lebendigen Bewusstsein der eigenen Verantwortung bei der Ausbreitung des Evangeliums ihren Anteil am Missionswerk bei den Völkern übernehmen“7. Denn das Zeugnis des christlichen Glaubens kann die Menschen heute nur erreichen, wenn es von konkreten personalen Zeugen überbracht wird. Papst Paul VI. hat mit Recht immer wieder betont, der heutige Mensch brauche und suche keine Lehrer, sondern Zeugen, und Lehrer nur insofern, als sie auch als Zeugen wahrgenommen werden können.
Zeugnis zu geben von der Wahrheit und Schönheit der christlichen Offenbarung ist die Sendung des Christen auch heute. Das Geheimnis dieser Sendung liegt in einem überzeugenden christlichen Leben und im Mitteilen des im Glauben Erfahrenen. Die Mission der Kirche geschieht heute nicht so sehr durch konsumfreundliche Werbung oder durch die Verbreitung von viel Papier und auch nicht in den Medien. Das entscheidende Medium der Ausstrahlung Gottes sind vielmehr die Christen selbst, die ihren Glauben glaubwürdig leben und so dem Evangelium ein persönliches Gesicht geben, Wenn uns Jesus Christus wirklich als Licht der Welt einleuchtet, werden wir von selbst ausstrahlen, Christen mit Ausstrahlung sein, die gleichsam wie finnische Kerzen leben, die bekanntlich von innen nach aussen brennen und so Licht geben.
Eine missionarische Kirche braucht heute vor allem getaufte Menschen, deren Herz von Gott erfüllt und deren Vernunft vom Licht Gottes erleuchtet ist, so dass ihr Herz die Herzen anderer berühren und ihre Vernunft zur Vernunft anderer Menschen zu sprechen vermögen. Dann kann jene „neue Etappe der Evangelisierung“ wirksam werden, zu der Papst Franziskus mit seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ einlädt, um eine „missionarische Umgestaltung der Kirche“ zu ermöglichen8. Im Dienst eines solchen missionarischen Neuaufbruchs der Kirche steht auch Bischof Stefan Oster, und er lebt seine bischöfliche Sendung als Apostolischer Zeuge des Glaubens, der die Freude am Evangelium ausstrahlt. Dafür sei ihm, meinem geschätzten Mitbruder, zu seinem 60. Geburtstag mit diesen Zeilen ein Wort der dankbaren Wertschätzung ausgesprochen.
1 Ad gentes, Nr. 9.
2 Ad gentes, Nr. 2.
3 Benedikt XVI., Lectio Divina mit den Seminaristen beim Besuch des Päpstlichen Römischen Priesterseminars anlässlich des Festes der Gottesmutter vom Vertrauen am 12. Februar 2010.
4 Benedikt XVI., Deus caritas est, Nr. 22.
5 Lumen gentium, Nr. 1
6 Benedikt XVI., Predigt in der Eucharistiefeier zur Eröffnung der V. Generalversammlung der Bischöfe von Lateinamerika und der Karibik auf dem Vorplatz des Nationalheiligtums in Aparecida am 13. Mai 2007.
7 Ad gentes, Nr. 35.
8 Franziskus, Evangelii gaudium, Nr. 1



