Erfahrungsberichte

Die Kirche von Passau - Eine missionarische Kirche

Redaktion am 03.06.2025

Eine Gratulation von Dompropst Dr. Michael Bär.

Von sei­nen 60 Lebens­jah­ren ist Bischof Dr. Ste­fan Oster elf Jah­re als Bischof in Pas­sau, ein gutes Stück sei­ner bis­he­ri­gen Lebens­zeit. Ich erlau­be mir anläss­lich des Fest­ta­ges am 3. Juni 2025 eini­ge Beson­der­hei­ten zu nen­nen, die mir in die­sen elf Jah­ren auf­ge­fal­len sind.

Maria - Hilfe der Christen

Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB ist auch in sei­nem Bischofs­amt ein Ordens­mann geblie­ben, das Kür­zel SDB, Sale­sia­ner Don Boscos, zeigt es und auch in sei­nem Wap­pen ste­hen drei Bäu­me für den Wald, was das ita­lie­ni­sche Bosco bedeu­tet. Der Ordens­grün­der Don Bosco war ein gro­ßer Ver­eh­rer der Got­tes­mut­ter Maria als Hil­fe der Chris­ten­heit. Der 24. Mai als Gedenk­tag dafür ist auch der Bischofs­wei­he­tag von Ste­fan Oster. Dass er als Bischof nach Pas­sau gekom­men sei, in die Stadt des Ursprungs der Maria-Hilf-Ver­eh­rung, hält er für kei­nen Zufall.

Die "Hermeneutik des Wohlwollens"

Bei allen Kon­flik­ten, an denen es in einem Bis­tum nicht man­gelt, geht Bischof Ste­fan immer wohl­wol­lend, wert­schät­zend mit sei­nem Gegen­über um, er blickt auf das Posi­ti­ve und bleibt Optimist. 

Believe and Pray

Als das Dom­ka­pi­tel Ste­fan Oster vor sei­ner Wei­he in Bene­dikt­beu­ern besucht hat, ist mir ein Satz in Erin­ne­rung geblie­ben. Ein jun­ger Mann, der zum Gebets­kreis von Pater Oster gehör­te, schärf­te uns ein: Jetzt, wo wir nicht mehr mit ihm beten kön­nen, betet ihr mit ihm!“ Das Dom­ka­pi­tel zum Hei­li­gen Ste­pha­nus in Pas­sau ist eine der Grup­pen, die regel­mä­ßig mit Bischof Ste­fan beten und mit ihm die Hei­li­ge Eucha­ris­tie fei­ern. Aus die­ser geist­li­chen Gemein­schaft her­aus bera­ten wir ihn auch in der Lei­tung der Diözese.

Mission und Auftrag

Bischof Ste­fan hat einen pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zess ange­sto­ßen, wel­cher der Evan­ge­li­sie­rung die­nen soll. Mit vie­len Gre­mi­en hat er um einen pas­sen­den Text gerun­gen, der schließ­lich unter der Über­schrift Mis­si­on und Auf­trag allen Gläu­bi­gen ans Herz gelegt wurde: 

Jesus erneu­ert uns – und die Welt.

In der Kir­che von Pas­sau sind wir eine fro­he, ein­la­den­de und soli­da­ri­sche Glau­bens­ge­mein­schaft, die aus der Eucha­ris­tie lebt. Wir beken­nen, dass uns in Jesus Chris­tus allein Got­tes Heil geschenkt ist und erken­nen daher drei gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für heu­te und morgen:

Gott um sei­ner selbst wil­len zu lie­ben, Jün­ger­schaft zu leben und den mis­sio­na­ri­schen Ein­satz zu praktizieren.

Home am Domplatz

Fami­lie, so der Bischof, ist heut­zu­ta­ge nicht mehr auto­ma­tisch der Ort, an dem das Glau­ben gelehrt und gelernt wird. Wohin sol­len sich jun­ge Leu­te wen­den, die ihren Glau­ben ver­tie­fen wol­len? Bischof Ste­fan bie­tet ihnen – zusam­men mit der öster­rei­chi­schen Loret­to-Gemein­schaft – eine Jün­ger­schafts­schu­le an. Seit bald vier Jah­ren ver­trau­en sich bis zu 20 jun­ge Leu­te dem Home am Dom­platz an, um sich kate­che­tisch, lit­ur­gisch und cari­ta­tiv an Jesus zu ori­en­tie­ren. Die La Can­ti­na, das Restau­rant des Hau­ses, hat sich zu einem Anzie­hungs­punkt vor allem für Ordi­na­ri­ats­an­ge­hö­ri­ge ent­wi­ckelt. Frü­he­re Hemm­schwel­len und Vor­ur­tei­le wer­den nach und nach abge­baut und das Home sorgt für neu­es, geist­li­ches Leben am Domplatz.

Mensa Episcopi

Bischof Ste­fan hat einen Raum ein­rich­ten las­sen, um Grup­pen zum Essen ein­la­den zu kön­nen. Regel­mä­ßig trifft sich hier auch das Dom­ka­pi­tel, um nach den Pon­ti­fi­kal­ves­pern im Dom zu den Hoch­fes­ten zusam­men mit dem Bischof eine Aga­pe zu hal­ten. Die­se Mahl­ge­mein­schaft mit den unter­schied­lichs­ten Gläu­bi­gen gehört für Bischof Ste­fan zu sei­nen Auf­ga­ben als Hirte.

Osterwitz

Berühmt ist Bischof Ste­fan für sei­ne Oster-Wit­ze. Tau­sen­de, Hun­dert­tau­sen­de, ja Mil­lio­nen Zugrif­fe errei­chen sie auf You­tube. Humor ist unse­rem Bischof gege­ben und er schenkt ihn ger­ne wei­ter, vor allem als risus pascha­lis, als öster­li­ches Lachen am Ende der Oster­got­tes­diens­te. Die Rei­he star­te­te 2018 mit fol­gen­dem Witz:

Der Reli­gi­ons­leh­rer ist ganz ent­setzt, weil der Maxi, der Bub vom Huber­bau­ern, nicht weiß, dass Jesus am Kar­frei­tag gestor­ben ist. Er geht zum Rek­tor und erzählt ihm davon. Der Rek­tor sagt, er ken­ne den Huber­bau­ern gut und wer­de ihn fra­gen, wie­so das sein kann, dass sein Maxi nicht weiß, dass Jesus am Kar­frei­tag gestor­ben ist. Also geht der Rek­tor zum Huber­bau­ern auf den Hof und fragt ihn. Die­ser ant­wor­tet: Weißt, Direk­tor, wir hier aufm Hof haben kein Radio, kei­nen Fern­se­her und erst recht kein Inter­net. Wir haben nicht ein­mal gewusst, dass er so schwer krank ist.“ 

Lie­ber Bischof Stefan,

zum run­den Geburts­tag wün­sche ich Ihnen alles Gute, Got­tes rei­chen Segen und noch vie­le frucht­ba­re Jah­re im Bis­tum Pas­sau. Vergelt’s Gott für Ihren See­len­ei­fer, für all die Früch­te, die Sie uns bis­lang geschenkt haben. 

Ihr Dom­propst

Dr. Micha­el Bär

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