H.H. Bischof Stefan Oster SDB,
hiermit möchte ich als Sprecher des Passauer Priesterrates ganz herzlich zu Ihrem 60. Geburtstag gratulieren und für die Zukunft, vor allem Ihr Wirken als Bischof von Passau, alles Gute und Gottes Segen wünschen. Mit diesem festlichen Anlass blicken wir auch auf Ihr Wirken als Bischof zurück. Dabei steht Ihre Vision von einer „missionarischen Kirche“ im Zentrum.
„Heute Priester sein …“
Ich persönlich bin überzeugt, dass in unserer Zeit das „Priestersein“ und das „missionarisch sein“ identisch sein müssen. Das durfte ich bereits als Schüler und in der Seminarzeit erfahren, dass dieser Weg eine große Herausforderung für die Mitmenschen ist. Nicht selten müssen wir uns rechtfertigen und Argumente liefern. Als Priester sind wir sichtbare Zeichen der Kirche. Umso mehr sind wir gefordert, aus der inneren Glaubens-Freude zu leben und in der persönlichen Beziehung zu Christus zu wachsen. Nur dann können wir den Herrn glaubhaft verkünden.
„Als Priester missionarisch wirken – geht das im Pfarralltag?“
In den alltäglichen Aufgaben der Pfarrei-Arbeit spielt diese Ausrichtung leider kaum eine Rolle. Ihre Vision aber, dass sich unter Gläubigen, in persönlichen Begegnungen, von eigenen Christus-Erfahrungen erzählt wird, kann helfen, in der Pastoral neue Wege zu suchen. Es bedarf überzeugter Glaubenszeugen, die fähig sind, von ihrem Glauben zu sprechen und die erlösende Gegenwart Jesu, die ein Leben tiefgreifend verändern kann, neu darzustellen. Wenn ich die Schüler frage, wo wir Jesus kennen lernen können, sagen sie treffend: „wenn wir seine Geschichten hören“ – und „Wenn wir im Gebet und Gottesdienst nah bei ihm sein können“. Ich denke, die Kinder treffen damit genau ins Schwarze.
„Neue Evangelisierung – eine priesterliche Herausforderung?“
Angestoßen von Ihren vielen Treffen und Feiern mit Jugendlichen, haben wir in unserem Pfarrverband eine monatliche Feier für die Kinder der Grundschule eingeführt. Die sogenannte „Oase“. Sie hat einen inhaltlichen Teil und eine Zeit der Anbetung. Die Kinder kommen sehr gerne und genießen neben Musik und Liedern die Besinnung vor der Monstranz. Eine wirkliche Erneuerung kann nur durch die Vertiefung des Glaubens und mit einer Rückkehr zu den Wurzeln unserer Biblischen Botschaft gelingen. Wenn auch in kleinen, aber grundlegenden Schritten.
„Was hält die Kirche vor Ort lebendig?“
Die Lebendigkeit der Kirche kommt von der Lebendigkeit des Glaubens in jedem einzelnen Menschen. Und diese Lebendigkeit kommt meist von anderen Menschen, die ihren Glauben beispielhaft mit Freude leben und verkünden. Ob die Priester, die Pastoralen Mitarbeiter oder die einfachen Gläubigen und Ehrenamtlichen: „Nahe bei den Menschen sein“ und „Beziehungen leben“. Und von Christus und der Kirche erzählen. Das war immer die große Stärke der Pfarrei. Die Kunst ist es heute, trotz Personalnot und größerer Verantwortungsbereiche, diese Nähe aufrechtzuerhalten und Glaubens-Beziehungen zu schaffen. Dann kann der Glaube vor Ort lebendig sein.
Lieber Bischof Stefan, setzen Sie sich weiterhin für eine missionarische Kirche im Bistum Passau ein. Möge Gott Sie segnen und Ihnen die Kraft schenken, Ihren Weg mit Freude zu gehen. Vergelt‘s Gott für Ihr Wirken!
Im Namen des Priesterrates,
Pfarrer Thomas Steinberger



