Erfahrungsberichte

Was missionarisch Kirche sein für mich heißt

Redaktion am 03.06.2025

In der Pfarrei Ansprechpartner sein und auf die Menschen zugehen, Sie besuchen: Ein Erfahrungsbericht von Sepp Fisch, dem ersten Vorsitzenden der Caritas Hauzenberg.

Die Cari­tas Hau­zen­berg, des­sen Vor­sit­zen­der ich sein darf, ist oft der letz­te Ret­tungs­an­ker für Men­schen in Not bei uns vor Ort. Hier könn­te ich vie­le Bei­spie­le erzäh­len — so auch in die­sem Fall: Eine Fami­lie mit zwei Kin­dern — die Frau ist schwan­ger. Es kommt die Auf­for­de­rung zu einer Strom­nach­zah­lung von über 1.000 €. Hier konn­ten wir helfen.

Oder erst letz­te Woche bekam ich einen Anruf von einer allein erzie­hen­den Mut­ter mit drei Kin­dern (zwei, fünf und neun Jah­re). Schon am Ton hör­te ich Ver­zweif­lung her­aus. Hal­lo, Herr Fisch …“ Auch hier war Hil­fe mög­lich, denn mitt­ler­wei­le wis­sen es auch vie­le unse­rer Hau­zen­ber­ger Bür­ger, dass unter uns Men­schen woh­nen, denen es mehr schlecht als recht geht. Wir spü­ren eine immer grö­ßer wer­den­de Soli­da­ri­tät unter der Bevöl­ke­rung — dank der Arbeit durch die Cari­tas vor Ort. Die Frau mit den drei Kin­dern bedankt sich für die unkom­pli­zier­te Hil­fe: Mir ist mit der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung ein rie­sen Stein vom Her­zen gefal­len und es freut mich unend­lich! Vie­len lie­ben Dank!“

Oder:

Bit­te Herr Fisch, ich hab kein Geld mehr, das Auto ist mir auch kaputt gegan­gen und oben­drein wäre auch noch die Steu­er fäl­lig. Ein­mal tan­ken plus Strom ver­blei­ben gera­de mal 100 € zum Leben.“ Eine Fami­lie mit zwei Kin­dern. Kein Einzelfall. 

Geleb­te Cari­tas nahe am Evangelium

Bestrei­ten kön­nen wir die­se Hil­fen durch die Ein­nah­men aus dem enor­men Spen­den­auf­kom­men unse­rer Hau­zen­ber­ger Bevöl­ke­rung, die unse­re Arbeit sehr, sehr unter­stützt. Eine wei­te­re gro­ße Ein­nah­me­quel­le sind die Mit­glieds­bei­trä­ge unse­rer Mit­glie­der und vie­le Spen­den von Pri­vat­per­so­nen und Fir­men, die unse­re Arbeit seit vie­len Jah­ren zu schät­zen wis­sen und daher fördern.

Die Cari­tas ist nicht nur eine der ältes­ten, son­dern auch eine der bedeu­tends­ten sozia­len Orga­ni­sa­tio­nen welt­weit. Hier in unse­rer Gemein­de set­zen sich zahl­rei­che enga­gier­te Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter für die­je­ni­gen ein, die unse­re Unter­stüt­zung am meis­ten benö­ti­gen. Das Mot­to der Cari­tas Not sehen und han­deln” spie­gelt sich in jeder ihrer Hand­lun­gen wider und soll uns als Leit­fa­den für unser Enga­ge­ment die­nen. 
Neben der Unter­stüt­zung von Men­schen in finan­zi­el­ler Not­la­ge küm­mert sich unser Ver­ein um die Beglei­tung von alten und kran­ken Men­schen und die Unter­stüt­zung von Geflüch­te­ten bei ihrer Inte­gra­ti­on in unse­re Gesell­schaft. All das ist nur mög­lich durch das groß­ar­ti­ge Zusam­men­wir­ken aller ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fer sowie der Unter­stüt­zung unse­rer För­der­mit­glie­der und Spen­de­rin­nen und Spen­dern. Bei­na­he 1.000 000 € konn­ten wir in den 43 Jah­ren unse­rer Ver­eins­ge­schich­te aus­ge­ben für Lebens­mit­tel, Klei­dung, Kin­der­ar­ti­kel, Brenn­ma­te­ri­al und Strom für unse­re Mit­bür­ger in der Region.

Mehr als nur Geld …

Neben der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung braucht es auch per­sön­li­che Bera­tung und einen ein­fühl­sa­men Umgang bei den ca. 220 Besu­chen im Jahr. Zuhö­ren, und noch­mals zuhö­ren ist das was die­se Men­schen brau­chen und auch­schät­zen. Gemein­sam gilt es in den Gesprä­chen Per­spek­ti­ven für die Zukunft zu suchen. Oft höre ich dann, dass Cari­tas ein Licht­blick“ für die Men­schen ist!

Die Hau­zen­ber­ger Cari­tas enga­giert sich auch in wei­te­ren Berei­chen: z. B. Kin­der­gar­ten­trä­ger­schaf­ten, Trä­ger­schaft der Hau­zen­ber­ger Tafel;

Dank der jahr­zehn­te­lan­gen Erfah­rung unse­rer ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter kön­nen wir sehr ver­ant­wort­lich mit der oft gro­ßen Not unse­res Nächs­ten umge­hen. Unser obers­tes Gebot: Bei uns wird kein Mensch ver­ges­sen! … und das ist gut so.

War­um ich mich in der Cari­tas engagiere?

In mei­ner Fami­lie war das christ­li­che Enga­ge­ment und der tie­fe Glau­be sehr prä­sent und prä­gend. Ein Onkel mei­nes Vaters war Pfar­rer und ich war acht Jah­re Semi­na­rist in Pas­sau. So ist mein tie­fer Glau­be bereits in jun­gen Jah­ren gewach­sen. Aus die­sem Glau­ben her­aus bin ich moti­viert, ande­ren zu helfen!

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