Die Caritas Hauzenberg, dessen Vorsitzender ich sein darf, ist oft der letzte Rettungsanker für Menschen in Not bei uns vor Ort. Hier könnte ich viele Beispiele erzählen — so auch in diesem Fall: Eine Familie mit zwei Kindern — die Frau ist schwanger. Es kommt die Aufforderung zu einer Stromnachzahlung von über 1.000 €. Hier konnten wir helfen.
Oder erst letzte Woche bekam ich einen Anruf von einer allein erziehenden Mutter mit drei Kindern (zwei, fünf und neun Jahre). Schon am Ton hörte ich Verzweiflung heraus. „Hallo, Herr Fisch …“ Auch hier war Hilfe möglich, denn mittlerweile wissen es auch viele unserer Hauzenberger Bürger, dass unter uns Menschen wohnen, denen es mehr schlecht als recht geht. Wir spüren eine immer größer werdende Solidarität unter der Bevölkerung — dank der Arbeit durch die Caritas vor Ort. Die Frau mit den drei Kindern bedankt sich für die unkomplizierte Hilfe: „Mir ist mit der finanziellen Unterstützung ein riesen Stein vom Herzen gefallen und es freut mich unendlich! Vielen lieben Dank!“
Oder:
„Bitte Herr Fisch, ich hab kein Geld mehr, das Auto ist mir auch kaputt gegangen und obendrein wäre auch noch die Steuer fällig. Einmal tanken plus Strom verbleiben gerade mal 100 € zum Leben.“ Eine Familie mit zwei Kindern. Kein Einzelfall.
Gelebte Caritas nahe am Evangelium
Bestreiten können wir diese Hilfen durch die Einnahmen aus dem enormen Spendenaufkommen unserer Hauzenberger Bevölkerung, die unsere Arbeit sehr, sehr unterstützt. Eine weitere große Einnahmequelle sind die Mitgliedsbeiträge unserer Mitglieder und viele Spenden von Privatpersonen und Firmen, die unsere Arbeit seit vielen Jahren zu schätzen wissen und daher fördern.
Die Caritas ist nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der bedeutendsten sozialen Organisationen weltweit. Hier in unserer Gemeinde setzen sich zahlreiche engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diejenigen ein, die unsere Unterstützung am meisten benötigen. Das Motto der Caritas “Not sehen und handeln” spiegelt sich in jeder ihrer Handlungen wider und soll uns als Leitfaden für unser Engagement dienen.
Neben der Unterstützung von Menschen in finanzieller Notlage kümmert sich unser Verein um die Begleitung von alten und kranken Menschen und die Unterstützung von Geflüchteten bei ihrer Integration in unsere Gesellschaft. All das ist nur möglich durch das großartige Zusammenwirken aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie der Unterstützung unserer Fördermitglieder und Spenderinnen und Spendern. Beinahe 1.000 000 € konnten wir in den 43 Jahren unserer Vereinsgeschichte ausgeben für Lebensmittel, Kleidung, Kinderartikel, Brennmaterial und Strom für unsere Mitbürger in der Region.
Mehr als nur Geld …
Neben der finanziellen Unterstützung braucht es auch persönliche Beratung und einen einfühlsamen Umgang bei den ca. 220 Besuchen im Jahr. Zuhören, und nochmals zuhören ist das was diese Menschen brauchen und auchschätzen. Gemeinsam gilt es in den Gesprächen Perspektiven für die Zukunft zu suchen. Oft höre ich dann, dass Caritas ein „Lichtblick“ für die Menschen ist!
Die Hauzenberger Caritas engagiert sich auch in weiteren Bereichen: z. B. Kindergartenträgerschaften, Trägerschaft der Hauzenberger Tafel;
Dank der jahrzehntelangen Erfahrung unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir sehr verantwortlich mit der oft großen Not unseres Nächsten umgehen. Unser oberstes Gebot: Bei uns wird kein Mensch vergessen! … und das ist gut so.
Warum ich mich in der Caritas engagiere?
In meiner Familie war das christliche Engagement und der tiefe Glaube sehr präsent und prägend. Ein Onkel meines Vaters war Pfarrer und ich war acht Jahre Seminarist in Passau. So ist mein tiefer Glaube bereits in jungen Jahren gewachsen. Aus diesem Glauben heraus bin ich motiviert, anderen zu helfen!



